Der Wunschtag
Erst der Wunsch, dann das Begnügen.
Dieses Sprichwort möchte uns daran erinnern, daß nach dem Erfüllen eines Wunsches der Moment des Genießens, des Innehaltens und Dankes über das Erreichte folgen sollte.
Um diesen Moment mit euch erleben zu dürfen, geben wir euch die Möglichkeit eure Wünsche bezüglich der Aktivität an diesem Tag zu äußern.
Die Wahlmöglichkeiten sind Touren abhängig und werden beim dritten Abendessen, das heißt nach dem zweiten vollen Tag, besprochen. So habt ihr dann schon eine Ahnung und einen Eindruck erlangt, was euch hier erwartet und wir haben etwas Zeit für die Planung, da der Wunschtag am vierten vollen Tag stattfindet.
An diesem Tag nehmen wir uns die Möglichkeit, die Gruppe aufzuteilen. Sollte zum Beispiel ein Teil der Gruppe lieber wandern gehen und ein anderer lieber Kajakfahren, in die Kultur eintauchen oder zum Beispiel eine Stadt besichtigen wollen, dann versuchen wir euren Begehren nachzukommen.
An diesem Tag ist vieles möglich, da übernehmt ihr die Qual der Wahl.
Ebenso ist es möglich auf eigene Faust das Reich Alexander des Großen zu erobern oder die Wege Apostel Paulus breiter zu treten und die Hoffnung , den Glauben und die Liebe zu ernten, die er einst säte.
Eine weitere Möglichkeit besteht an diesem Tag natürlich auch darin, sich unterhalb der Ruinen Stageiras in eine einsame Bucht zu platzieren und Aristoteles nachzueifern.
Wer sich darauf einlassen kann, wird seine Präsenz spüren und in die Theoria verfallen, in die reine, zweckfreie Naturbetrachtung, die höchste Form des Glücks (Eudaimonia), weil sie den Menschen ganz in den gegenwärtigen Moment hineinzieht und in die Verbindung mit dem Außen bringt.
Hört sich für den Ein oder Anderen vielleicht etwas spuki an, ist aber so!
Es ist das Nichtstun müssen. Gerade in den heutigen Zeiten ist dieser Zustand ausgestorben. Alles und jedes wird bewertet, fotografiert, gedacht und objektiviert.
Einfach da sitzen und staunen!
Wer in diesem Zustand, so Aristoteles, das Einzigartige und das Wunderbare in jedem Ding sieht, der erkennt auch in diesen Augenblicken, daß alles eins ist.
Das Ich tritt zurück und verschmilzt mit der Umgebung.
Letzten Endes eine umgekehrte Form der heutigen Meditation(Innenschau), die das Außen ausschließt.
Beide Formen dienen dem selben Zweck, seine Identifikation aufzugeben, also eine Gedankenlosigkeit herzustellen.
Also, auch eine gute Option den Wunschtag zu nutzen.